In meiner Thuja gibt es große braune Stellen. Wie kommt das?

Ist es ein Pilz, den Thuja-Borkenkäfer oder?.. Nein.

Diese braune Stellen in Thuja werden laut viele Spezialisten durch einen Pilz, Triebläuse oder den Thuja-Borkenkäfer verursacht? Vor allem Schimmelpilz wird in den letzten Jahren besonders schnell gerufen. Aber meiner Meinung nach, is der Grund viel simpler, nämlich zu wenig Wasser! Die Pilze und Läuse sind nur das Symptom…Davon sind wir (als ehemalige Baumzüchter) überzeugt.

Auch die 20-jährigen Thujas brauchen Wasser

Häufig wird der Fehler gemacht, dass erwachsene Heckenpflanzen wie Thuja bzw. Lebensbäume oder Zypressen nahezu nie mehr gegossen werden. Es wird angenommen, dass dies bei erwachsenen Pflanzen nicht mehr nötig ist, oder das Gießen wird einfach vergessen. Deshalb stehen diese Thuja vor allem im Sommer viel zu trocken und entstehen Trockenschäden. Fast alle Koniferen-arten stammen aus Gebieten, in denen die Niederschläge im Sommer deutlich höher sind als in weiten Teilen Deutschlands. Es ist ja keine heimische Pflanze. Außerdem bildet eine Hecke (im Gegensatz zu einer einzeln stehenden Konifere) ein extrem dichtes Nadel(schuppen) dach, das dafür sorgt, dass bei einem kleinen Regenschauer buchstäblich kein Tropfen den Boden unter den Koniferen erreicht. Dadurch ist der Boden unter vielen Hecken (nicht nur im Sommer) meist knochentrocken. Die Pflanzen können somit weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen. Dann können sich in der Thuja braune Stellen entwickeln, an denen ein Schädling letztendlich schon beteiligt ist, jedoch nicht die Ursache ist.

Widerstand der Thujen ist kaputt durch Trockenschäden

Auch die Resistenz gegen alle Arten von Krankheiten wird stark reduziert. Und das Bodenleben in Wurzelbereich leidet auch ordentlich, denn wo es knochentrocken ist, können Würmer, Bodenbakterien und Bodenpilze nicht lange überleben (oder sind wenigstens nicht aktiv). Die Pflanzen sind geschwächt und werden empfänglicher für alle Arten von Schädlingen wie Thuja-Borkenkäfer, Läuse und Pilze. Gerade bei Thuja bzw. Lebensbäumen kann es vorkommen, dass insbesondere Laien von außen nicht erkennen können, wenn die Pflanze bereits stark geschwächt ist. Das merkt man oft erst, wenn es „zu spät“ ist – wenn nämlich Teile der Pflanze bereits braun geworden sind und/oder durch Austrocknung oder von einen der genannten Krankheitserreger abgestorben sind. Es ist nicht definitiv so, dass die Pflanzen vollständig absterben, sogar eher nicht. Aber gerade bei älteren Pflanzen ist es sehr schwierig, die bereits betroffenen braunen Stellen wieder grün zu bekommen. Im Moment ist es wichtig, richtig zu handeln und nicht nur wahllos ein Heckendünger unter Ihre Nadelbäume zu streuen.

Alter der Koniferen spielt auch eine Rolle

Dabei spielt auch das Alter der Koniferen eine Rolle. Genau wie alle anderen Organismen wird auch eine Konifere nicht unendlich alt, und in einer Hecke schon gar nicht. Dort stehen immer mehrere Pflanzen auf einer relativ kleinen Fläche, und sie werden zudem jedes Jahr geschnitten, das erreichbare Alter wird damit begrenzt. Natürlich müssen Hecken dicht sein und beschnitten werden. Das bedeutet aber, dass ältere Heckenpflanzen von etwa 20 Jahren es ohnehin schon nicht leicht haben. Wenn sie im Sommer dann auch noch in einem völlig trockenen Boden stehen müssen, kann man sich vorstellen, dass sie sehr geschwächt geraten. Gerade diese alten Pflanzen brauchen etwas mehr Unterstützung, vor allem mit Wasser, kriegen in der Regel aber sogar weniger…

Was tun bei Schädlingsbefall durch zu wenig Wasser bzw. Trockenschäden?

Bei Befall liegt der Fokus m.E. oft viel zu sehr auf dem Symptom und nicht auf der Ursache des Problems. Man möchte dann gern mit einem Insektizid oder Fungizid die Läuse und/oder Pilze (die oft gar nicht mehr da sind) abtöten. Ich verstehe das. Das führt jedoch oft zu noch mehr Schaden oder sogar zu neuen Problemen. Fest steht nämlich, dass das natürliche Gleichgewicht zwischen „guten Pilzen und Bakterien und natürlichen Feinden und Schädlingen“ auch zerstört wird. Und so wird es oft nur schlimmer. Darüber hinaus wird der Trockenschade dadurch nicht behoben.

Meiner Meinung nach, kann man bei Trockenschäden am besten wie folgt vorgehen:

1) Gießen!
Alle zwei Wochen einmal kräftig giessen: Als Faustregel hantieren wir 2 x 40 Sekunden pro Pflanze mit dem Wasserschlauch bei vollständig geöffnetem Wasserhahn. 1 Mal 40 Sekunden pro Pflanze, wenn Sie entlang der Hecke nach rechts gehen, und weitere 30 Sekunden, wenn Sie entlang der Hecke wieder nach links gehen (auf der anderen Seite der Hecke wäre ideal).

2) Die braune Stellen rausschneiden
Sie müssen die braunen Stellen herauszuschneiden und hoffen dass es mit Hilfe von Punt 3 nachwächst.

3) Das Bodenleben und die Aufnahmekapazität der Pflanzen vorsichtig und auf natürliche Art verbessern.
Das machen Sie mit Heckenkraft-Extra und den  zutreffenden saisonalen Dünger (Heckenkraft 1, 2 oder 3). Wie Sie das am besten machen erfahren Sie hier. Damit ist längst nicht garantiert dass die braune Stellen wieder grün werden, doch der Chance dass die Hecke im allgemeinen wieder etwas grüner und gesunder wird, ist groß. Auch werden nicht so leicht mehr neue Stellen befallen. 

Was ist jetzt die Moral dieser Geschichte?

Auch bereits angewachsene und erwachsene Heckenpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, besonders wenn es längere Zeit trocken ist! Das hält die Pflanzen schön grün und beugt Krankheiten und Schädlingsbefall vor.

PS: Ich schreibe diesen Artikel am 23. Juli 2018 – also mitten in einer extrem langen Hitze- und Trockenperiode…Auch ich verstehe dass es tatsächlich Krankheiten gibt. Aber trotzdem…oft wird eine komplizierte Lösung gesucht wo nur Wasser es Problem ist.

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