Ist Rindenmulch gut oder schlecht für Heckenpflanzen?

  • Ist Rindenmulch gut oder schlecht für Thuja, Taxus und Kirschlorbeer?
  • Ist es eine gute Idee, meine Hecke mit Rindenmulch oder oder ähnliches zu mulchen?
  • Wenn ja, wie hoch muss ich den Rindenmulch auftragen?
  • Und wie tief soll ich meine Bäume pflanzen, wenn ich auch noch Rindenmulch verwenden möchte?
  • Wann sollten Sie keinen Rindenmulch auftragen?

Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Der Rindenmulch hat nämlich positive, aber auch weniger gute Auswirkungen auf die Pflanzen. Dieser Artikel wird das alles aufklären.

Positive Auswirkungen Rindenmulch

  1. Rindenmulch bringt Humus (oder wenigstens organisches Material) auf und schließlich auch in den Boden. Das ist auf jeden Fall gut.
  2. Bei einem sehr durchlässigen Boden hilft Rindenmulch, den Boden leichter feucht zu halten (was das Gießen einschränkt).
  3. Dies hat zwar weiter nichts mit der Gesundheit der Hecken-pflanzen zu tun, aber der Rindenmulch hält das Unkraut für eine Weile praktisch komplett fern. Diesen Vorteil muss man allerdings relativieren, da die Heckenpflanzen längerfristig auch selbst dafür sorgen, dass kein Unkraut unter den Pflanzen wächst. Unter der Hecke ist es schließlich dunkel, so dass dort auf die Dauer von alleine fast nichts wächst (außerhalb von Zaunwinde…).

Negative Auswirkung Rindenmulch

Er macht den Boden etwas sauer. Nach neuesten Erkenntnissen scheint dies jedoch bei gesundem Boden und Bodenleben nicht so schlimm zu sein. Es gibt aber praktisch keine Heckenpflanze, die sauren Boden mag. Rindenmulch verursacht möglicherweise auch einen etwas zu hohen Kaliumspiegel im Boden. Kirschlorbeeren verfärben (bei eine zu dicke Schicht Rindenmulch) oft Richtung eine hellere Farbe, sogar bis gelblich. Vermutlich hat das hiermit etwas zu tun. Wie Sie diese negative Auswirkungen (teilweise) kompensieren können lesen Sie unten. Vermuten Sie dass dieses Thema auch bei Ihre Kirschlorbeerhecke eine Rolle spielt? Gerne teilen Sie es mit uns in den Kommentaren unten.

Auswirkungen, die je nach Bodenart positiv oder auch negativ sein können

Bei einem sehr durchlässigen Boden (wie zum Beispiel Sandboden) sorgt eine Schicht Rindenmulch dafür, dass das Wasser besser festgehalten wird. So trocknet der Boden nicht so schnell aus, und der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens bleibt ziemlich konstant. Das ist gut.

Bei einer Bodenart hingegen, die anfälliger für Staunässe ist (Lehm- und/oder Tonboden mit zu wenig Humus) verschlimmert der Rindenmulch das Feuchtigkeitsproblem nur. Das Wasser kann dann weder richtig ablaufen noch verdunsten. Dadurch bleibt es möglicherweise zu lange zu nass, und infolgedessen sterben Ihre Heckenpflanzen ab. Unkrautgewebe oder Unkrautvlies verstärkt diesen Effekt. Insbesondere bei Taxushecken kann zu viel Wasser im Boden ziemlich schnell fatal sein. Deswegen ist unsere asführliche Gießanleitung oder sogar die komplette Pflanzanleitung vielleicht für Sie interessant.

Wie hoch muss ich den Rindenmulch auftragen? Und wie tief soll ich meine Bäume pflanzen, wenn ich Rindenmulch verwenden möchte?

Wie hoch Sie Holzhackschnitzel bzw. Rindenmulch auftragen können, hängt von den Umständen ab. Unter anderem die Lage im Garten, die Bodenart und ob es sich um einen empfindlichen Ort für Rückstau handelt. Wir haben auch schonmal einen Artikel über die optimale Pflanztiefe geschrieben.

Rindenmulch, wie hoch auftragen bei Lehmboden

Abbildung 1: So sollten Sie es tun, wenn Ihre Hecke in einem undurchlässigen, aber flachem Boden (z. B. Lehmboden) gepflanzt wird.

Rindenmulch, wie hoch auftragen bei Sandboden

Abbildung 2: So sollten Sie es tun, wenn Ihre Hecke in Sandboden (oder eine andere durchlässige Bodenart) gepflanzt wird.

Unter bestimmte Umständen sollten Sie auf keinen Fall Rindenmulch aufbringen

Unter bestimmten Umständen ist es nicht ratsam zu mulchen. Das Auftragen von Rindenmulch verstärkt nämlich die negativen Auswirkungen von Staunässen. Zum Beispiel, wenn der Boden aus Lehmboden besteht únd die Hecke allseitig von Kantensteine umschlossen wird (sehe Foto 3). Aber auch, wenn sich Ihre Hecke am Ende eines Hanges befindet (sehe Foto 4). Wenn Sie trotzdem nicht widerstehen können, zu mulchen (wegen des Unkrauts), tun Sie es dann zumindest wie in Abbildung 1 oben und schon gar nicht wie in Abbildung 2!

Abbildung 3: Wasser kann schon nirgendwo hin, am besten kein Rindenmulch aufbringen.

Abbildung 4: Wasser sammelt sich an, am besten kein Rindenmulch aufbringen.

Negative Auswirkungen (teilweise) kurzfristig kompensieren

Ich möchte es jetzt nicht zu sehr in ein Werbegespräch verwandeln. Eine leichte Versauerung Ihres Bodens durch den Rindenmulch können Sie mit Heckenkraft-Extra aber fast sofort ausgleichen, da das pH von Heckenkraft-Extra 7,9 ist und ziemlich stark gepuffert ist. Das hohe pH-Wert ist eher Zufall (ich meine, dafür ist es nicht gedacht) aber wirkt trotzdem sehr gut aus auf Rindenmulch.

Fazit, kann ich das Mulchen empfehlen oder nicht?

Bei normalen Böden ist eine dünne Schicht aus gutem Rindenmulch durchaus zu empfehlen. Dann wiegen die positiven Auswirkungen die negativen vielleicht gerade so auf. Bei durchlässigen Böden ist eine dünne Schicht aus gutem Rindenmulch sogar sehr zu empfehlen. Allerdings wurde ich nur um sicher zu gehen jeder Herbst oder Winter ein bisschen Gartenkalk  oder natürlich noch besser 😉 unserer Gartenkalk Heckenkraft-4 auf dem Mulch aufbringen, damit der Boden sowieso nicht versäuert.

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Wolff
Wolff
8 Monate vor

Am besten heimische wilde Hecken pflanzen statt des unsäglichen Thuja und Kirschlorbeers und Unkraut nicht als Feind betrachten. Das spart viel Arbeit und Nerven.

Jaap Metsemakers
Reply to  Wolff
2 Monate vor

Entschuldige meine späte Antwort. Ich stimme Sie ein bisschen zu. Ich liege auch nicht wach von ein bisschen Unkraut. Aber einheimisch oder nicht einheimisch ist nicht das Hauptkriterium für eine ökologisch verantwortliche Gartenarbeit (meiner Meinung nach), es geht hauptsächlich darum, Monokulturen zu verhindern. Eine Lorbeerkirsche hier oder da oder ein großer Nadelbaum hier oder da ist überhaupt nicht unbedingt schlecht. Aber eine lange Thuja-Hecke mit nur einem Rasen daneben, ja, das ist nicht gerade umweltbewusst (und erhöht auch stark die Chance auf Schaden durch Schädlinge). Sehen Sie sich die Fotos an, die gerade von einem Teil meines eigenen Gartens geschossen wurden. Ich sehe auch einige nicht heimische Pflanzen, aber hier ist es voller Leben (ich habe hier Schwebfliegenarten, die ich sonst nirgendwo sehe …). Ich stimme Ihnen jedoch weitgehend zu, nur alles zu basieren auf einheimisch oder nicht einheimisch ist mir aber viel zu kurz gegriffen. Schöne Grüße, Jaap

biodiversität vs monokultur
heimische Pflanzen

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