Läuse in Thuja Smaragd und Brabant

Läuse in Thuja Smaragd und Thuja Brabant

In diesem Jahr haben wir in Deutschland und den Niederlanden wieder viele Thuja (Lebensbäume) mit einem Läusebefall vorgefunden. Aufgrund der milden Winter scheint es jedes Jahr schlimmer zu werden mit den Läuse in die Thuja. Die Dürre hat dies verschärft. Dieses Problem zeigt sich mit braunen Stellen in den Lebensbäumen (und schwarze klebrige Stellen dahinter innerhalbs der Pflanze) und kann den Bäumen einen erheblichen Schaden zufügen. Expertenuntersuchungen haben gezeigt, dass die Trieblaus für den Befall verantwortlich ist……

Wie erkennt man den Schädlingsbefall?

Erstens sollte gesagt werden, dass wenn man die Thuja (von innen) aus nächster Nähe betrachtet, man auch vieles sehen wird, was auch ganz natürlich ist. Es ist ganz normal, dass sich auf und in einer Pflanze auch „Schädlinge“ befinden, die von der Pflanze leben, (Käfer, Schnecken, Läuse, Raupen). Im Normalfall sind auch genauso viele Tierchen da, die solche Schädlinge wieder vertilgen oder schmarotzen. So ist eine Thuja-Hecke im Grunde ein kleines Ökosystem. Einige Läuse oder Schnecken sind nicht unbedingt schädlich, oder sogar nicht schlimm. Erst wenn deutlich erkennbar wird (an den großen braunen Stellen außen) dass der Baum schwer darunter leidet, kann der Läuse-Schädlingsbefall sich zum Problem entwickeln. Braune Stellen, die an der Außenseite der Thuja sichtbar sind (siehe Bilder) bedeuten noch nicht unbedingt, dass Läuse hiervon die Ursache sind. Sicherheit bekommen Sie erst, wenn Sie die braunen Stellen aufspalten. Dann befinden sich dahinter schwarze klebrige Stellen (Ausscheidungen der Läuse) und darauf sichtbar, ganz winzige braune Läuse. Damit man die Läuse sehen kann, braucht man schon ziemlich gute Augen, denn sie sind ganz winzig. 

Ursache des Läusebefalls in den Thujas

Insektenschädlinge in Thujas sind fast immer das Ergebnis einer anderen äußeren Ursache. Es ist nicht wie bei Rosen, wo Läusebefall immer wieder auftritt ohne anweisbare Ursache. In die Thuja sind Läuse aber wirklich ein Zeichen an der Wand. In 9 von 10 Fällen handelt es sich um normale Dürre. Thujas, die ein paar Jahre alt sind, bekommen oft nicht mehr viel Wasser von ihren Besitzer. Dies schwächt die Pflanzen, so dass ihr eigenes Abwehrsystem nicht mehr funktioniert. Oft gibt es einen Tropfschlauch auf nur einer Seite der Thujas (nicht auf der anderen Seite), was normalerweise bedeutet, dass die Wurzeln auf der anderen Seite sterben, weil es dort knochentrocken ist. Zu viel Wasser mit einem verdichteten Untergrund oder umschlossen von Betonkanten führt zu der gleichen Schwächung der Pflanzen (dies ist eigentlich noch schlimmer). Schlechte Bodenbedingungen (zu wenig oder kein Humus, kein gesundes Bodenleben usw.) können ebenfalls zu solchen Insektenschädlingenschaden führen. Nur Gift zu verwenden und nichts gegen die zugrunde liegende Ursache zu tun, macht es normalerweise nur noch schlimmer.

Läuse Bekämpfung bei Thuja

1) Der Grund des Problems auch anpacken

1a) Grund des Problems liegt fast immer in zu wenig oder zu viel Wasser oder schlechte Bodenbedingungen. Die Läuse sind eigentlich nur das Symptom… Die Basisgesundheit der Thujas verbesseren ist mindestens so wichtig wie das entfernen der Läuse. In Trockenperioden wäre es optimal, wenn sie jede zweite Woche eine gute Menge Wasser bekommen. Sie können hier lesen, was eine erhebliche Menge ist. Bei Gebrauch von einem Tropfschlauch (erfahren Sie hier mehr über die korrekte Verwendung eines Tropfschlauchs) ist es nur sinnvoll, zwei Schläuche zu verwenden, einen auf jeder Seite. Es muss eine Stunde bis vielleicht eine ganz Nacht einmal alle zwei Wochen laufen. Am besten überprüfen Sie einen Tag später, ob es bis zu einer Tiefe von mindestens 25 cm feucht geworden ist. Wenn nicht, erhöhen Sie die Anzahl der Stunden (übrigens nicht die Frequenz!, einmal in zwei Wochen reicht wenn richtig gewässert wird).

1b) Bringen Sie Leben in Ihren erschöpften Boden zurück. In vielen neuen Wohnsiedlungen war der Boden, auf dem sich Ihre Thujas befinden, noch nie gut. Leider sehen wir das allzu oft. Es kann aber auch sein, dass der Boden einst gut war, aber aufgrund von Dürre und / oder übermäßigem Einsatz von Salzdüngern zu einem toten Boden geprügelt wurde. Eine Kombination von Heckenkraft-Extra und Heckenkraft-1 kann die Stärke des Bodenlebens (und damit der Pflanzen) wiederherstellen. Eine Gießkanne (siehe Verpackung) kann ohne Probleme an nur 5 anstatt 10 Laufmeter gegossen werden. Mit Heckenkraft-Extra spülen Sie grundsätzlich Humus wieder in Ihren Boden. Erfahren Sie hier mehr über geschwächte Pflanzen aushelfen.

2) Bringen Sie Luft in die Thujas und entfernen Sie Nadeln, die eh nicht mehr gerettet werden können.

Beseitigen Sie erstmal die braunen Stellen gründlich, die sich an den Innen- und Außenseiten der Thuja befinden. Das darf ziemlich „rücksichtslos“ geschehen. Wenn Sie die Bäume kräftig schütteln und mit den Händen von unten nach oben feste durchstreifen, kann bereits viel braunes Blatt entfernt werden. Auch halbgetrocknete Äste sollten ab 10 cm von der Stamm entfernt werden. Sie kosten die Pflanze nur nutzlose Energie. Macht man diese Arbeit ordentlich, ist es schon eine ziemliche Aufgabe. Zweigen und Äste, die bereits befallen sind, dürfen auch abgeschnitten werden (ab ca. 10 cm vom Stamm). Wenn es sich um einen schweren Läusebefall handelt, wird die Pflanze logischerweise ein wenig bis ziemlich kahl hiervon. Hab keine Angst davor. Ein ausgetrockneter Ast oder braune Teile werden eh nie mehr grün…Harken Sie alles gründlich zusammen und schaffen Sie die Abfälle von den Pflanzen fort.

Auf diese Weise wird schon ein ordentlicher Teil der Läuse mitbeseitigt.  Aber vor allem machen Sie die Struktur der Pflanze deutlich offener, was die hintergeblieben Triebläuse nicht mögen. Und Zweige, die eh nicht mehr überleben konnten, nehmen nun auch keine Energie mehr weg.

3) Direkte Läuse Bekämpfung Thuja

Um einen guten Eindruck vom gesamten Läuseproblem zu bekommen, möchte ich zunächst Folgendes mit Ihnen teilen. Wenn wir eine Ecke eines Grundstücks mehrmals hintereinander nicht mit dem Sprinkler berührt haben (in der Baumschule), kommt es manchmal vor, dass dort in so eine Ecke ein kleiner Läusebefall auftritt. Wenn wir dann den Sprinkler versetzen (so dass alle Pflanzen wieder Wasser bekommen), verschwinden in 9 von 10 Fällen die Läuse von selbst. Nur weil die Pflanze wieder zu Kräften kommt. Dagegen kann natürlich argumentiert werden, dass die Bodenbedingungen in der Baumschule oft viel besser sind als in vielen Gärten. Es zeigt jedoch, dass Läuse eher eine Konsequenz als eine Ursache sind.
Durch die Punkte 1 und 2 gewinnt die Pflanze ihren eigenen Widerstand zurück. Wenn Sie es Leber der Läusen jetzt etwas schwer machen, können sie oft dauerhaft ferngehalten werden. Das kann auf verschiedene Arten geschehen:

3a) Wasserstrahlen

Sprühen Sie die Läuse mit harten Wasserstrahlen von den Zweigen.

3b) Lavamehl oder ähnliches

Danach sprühe/verstaube ich immer etwas Lavamehl, wo die Läuse sitzen. Sie vertragen diesen feinen Staub nicht gut. Ich weiß nicht, ob alle Arten von Feinstaubmaterial so gut funktionieren. Mein Bruder (er ist Baumzüchter) glaubt, dass das Lavamehl auch etwas enthält, das die Läuse nicht gut vertragen. Er verwendet auch oft Lavamehl in der Baumschule. Hierfür kann auch Heckenkraft-4 verwendet werden, das auch Lavamehl enthält (25 %) und für fast alle Pflanzen ein sehr guter Pflanzenverstärker ist. Heckenkraft-4 wurde von uns als Kalkdünger für den Winter entwickelt, kann aber auch prima im Sommer verabreicht werden. Ich streue den HK-4 auch wiederholt auf die Rosen, spüle ihn ein wenig ab und wiederhole das ab und zu. Ich habe den starken Eindruck, dass dies die Rosen (und andere Blattpflanzen) sogar stärkt und vor Blattläusen schützt. Der Traubentrester (HK-4 besteht für 50 % aus Traubentrester), der sich ein wenig auflöst und in das Blatt zieht, ist wahrscheinlich ein wirksamer Blattdünger. Ich teste das immer noch.

3c) Marienkäfer oder Marienkäferlarven

Die Verwendung von Marienkäfer und Marienkäferlarven ist ebenfalls sehr effektiv gegen Triebläuse. So effektiv, dass es heutzutage auch von die Baumzüchtern verwendet wird, die vorher überhaupt nicht so ´grün eingestellt´ waren. Ameisen verteidigen aber Läuse und können manchmal einen Schraubenschlüssel in die Arbeit werfen …

3d) Gift

Gift scheint in Thujas kontraproduktiv zu wirken. Wahrscheinlich, weil es das Problem nicht löst, aber die natürlichen Feinde der Läuse (die gute Pilze, Marienkäfer usw.) tötet.

Algemein

Die Punkte 3a bis 3c helfen nur dann nachhaltig, wenn auch die Punkte 1 und 2 berücksichtigt werden.

Noch mehr Beispielfotos von Läuse in Thuja

Thuja Smaragd mit Triebläuse Befall
Thuja Smaragd mit Triebläuse Befall
Thuja Brabant mit Läusebefall

 

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