Hecke düngen mit Kalk oder Kalkdünger?

Winterdünger Heckenpflanzen

Braucht meine Hecke Kalk bzw. Kalkdünger?

Die Antwort ist einfach, ja, die meisten Heckenpflanzen wie Thuja, Kirschlorbeer und Liguster gedeihen wesentlich besser, wenn man ihnen einmal im Jahr etwas Kalk oder Kalkdünger düngt. Und vor allem, wenn Sie unter Ihrer Hecke eine dicke Schicht Baumrinde oder Rindenmulch aufgetragen haben. Aber nicht jeder Kalkdünger ist gleich nützlich. Und wann muss man mit Kalk düngen?

Warum sollte ich mit Kalkdünger düngen?

Die drei Hauptzwecke der Düngung mit Kalk bzw. Kalkdünger sind: 

1) pH-Stabilisierung des Bodens (d.h. zur Verhinderung der Versauerung des Bodens)

Viele Menschen denken, dass Kalzium den pH-Wert neutralisiert (erhöht). Also wenn der Kalk bzw. Kalkdünger Kalzium enthält, ist es gut … Es ist aber gar nicht das Kalzium, das dafür sorgt, dass der pH-Wert im Boden neutralisiert wird. Es ist das an das Kalzium gebundene negativ geladene Anion (z.B. O2² oder CO3²), das dafür zu sorgen hat. Und in diesem Punkt unterscheidet sich die Wirkung der einzelnen Kalksorten sehr. Kalksorten, die nur CaO und fast kein CaCO3 enthalten (dies gilt für die meisten Arten von Kalkdünger), bringen viel weniger bei der pH-Neutralisation. Es ist daher gut, wenn der Kalk bzw. Kalkdünger, mit dem Sie düngen, einen guten Anteil an CaCO3 enthält. Dies ist z.B. bei Muschelkalk oder Algenkalk der Fall. Hinsichtlich Punkt 3 (siehe unten) bringt nur Muschelkalk jedoch sehr wenig. Muschelkalk oder Algenkalk allein reicht also nicht aus.

2) Verbesserung der Bodenstruktur und Stimulierung des Bodenlebens

In diesem Abschnitt spielt Kalzium genau die Hauptrolle. Durch die Bindung von Ca2+ an den Ton-Humus-Komplex (anstatt zu viel Mg2+) sorgt Kalzium für eine luftigere und körnigere Bodenstruktur. Dies ist sehr wichtig in schweren Lehmböden. Kalk erhöht auf diese Weise auch deutlich die Anzahl der Regenwürmer im Boden. Dies ist wissenschaftlich belegt. 

3) Mit Spurenelementen anreichern

Spurenelemente sind wichtig für alle Arten von Vorgängen in der Pflanze. Eine Reihe von Spurenelementen sind unerlässlich für die Aufnahme anderer essenzieller Nährstoffe. Lavamehl zum Beispiel ist ein Kalkdünger, der viele Spurenelemente enthält.

Wann muss ich meine Hecke Kalk bzw. Kalkdünger geben?

Grundsätzlich bringt man im Herbst oder im Winter Kalk aus. Der Hauptgrund dafür ist, dass eine Reihe der im Kalk vorhandenen Elemente Phosphat bindet und damit das Wachstum der Pflanze hemmen kann. Im Winter spielt das jedoch keine Rolle (oder ist es sogar gut), da sich die Pflanzen ohnehin in einer Ruhephase befinden. Deshalb düngen Sie im Winter mit Kalk bzw. Kalkdünger.

Unser Kalk oder Kalkdünger; Heckenkraft 4

Zubereitung Kalkdünger Heckenkraft-4

Heckenkraft 4 wird zubereitet von meine Frau Yvonne, unter dem wachsamen Auge unserer Hühner…

Die eine Hälfte unser Kalkdüngers besteht aus Lavakalk aus der Eifel und Muschelkalk aus der Nordsee. Der Lavakalk sorgt für eine sehr große Bandbreite an Mineralien und Spurenelementen. Und der Muschelkalk liefert einen hohen Gehalt an Kalziumkarbonat (vorteilhaft für den pH-Wert). Außerdem geben diese natürlichen Kalksteinarten ihre Mineralien nur langsam ab, sodass der Boden nicht überstrapaziert wird. 

Die andere Hälfte besteht (im Gegensatz zu fast allen anderen Kalksorten) aus Traubentrester, sodass zusätzlicher Humus auch im Herbst und Winter in den Boden eingebracht wird. Wir halten Humus für äußerst wichtig, da davon gerade in Gartenböden oft zu wenig enthalten ist, insbesondere bei Neubausiedlungen. Darüber hinaus enthält dieser Traubentrester viele Nährstoffe zugunsten des Bodenlebens und enthält der Traubentrester viele gute Bodenbakterien.

Heckenkraft 4 ist ideal für den einmaligen Zusatz von Kalk oder Kalkdünger im Herbst oder Winter. Ganz und gar ideal ist es, wenn man im Frühjahr mit Heckenkraft 1 weitermacht, dessen Wirkung durch den Einsatz von HK4 im Herbst oder Winter deutlich verstärkt wird.

4.3 3 votes
Article Rating

Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp

Blog Artikel

Wissensbasis Artikel

Jaap Metsemakers, Autor dieses Artikels

Produkte


Jahrespaket Heckendünger


Dünger für geschwächte Heckenpflanzen

Vor- und nach Düngung mit Heckenkraft
Vor und nach Düngung mit Heckenkraft


Dünger für Hecken für den Sommer

Dünger für Hecken für den Herbst


Dünger für Hecken für den Winter

Abonnieren
Abonnieren
guest
8 Comments
neueste
älteste
Inline Feedbacks
View all comments
Jonas B.
Jonas B.
1 Jahr vor

Ich bin ja auf der Suche danach, ob Thujablätter den Boden ansäuern oder neutral belassen. Kennt jemand eine verlässliche Antwort?

Jaap Metsemakers
Reply to  Jonas B.
1 Jahr vor

Hallo Jonas, auch hier geht es an meiner Seite schief. Ich habe immer gedacht dass das so ist. Ich habe jetzt aber mal richtig recherchiert, es scheint wahrscheinlich gar nicht so zu sein. So lange die Nadeln (oder Rindenmulch) einfach oben drauf liegen machen die den Boden wohl nicht Sauer. Die Arten von Bodenleben die diese Abdeckung mögen und davon gut gedeien, neutralisieren scheinbar wieder sofort das sauere der Nadeln. Die bringen der pH sogar wieder ein Tick nach oben. Schreibe dies aber unter Vorbehalt, ich muss das nochmal gut untersuchen. Einfach mal ausprobieren hier in der Baumschule und dann nachmessen lassen.

Ich bin jetzt Mitte in meine geschäftigste Zeit (mit heckenfreunde.de), aber ich werde hier später nochmal auf zurückkommen. Werde dann ein Artikel schreiben über Versauerung des Bodens von Nadeln, Rindenmulch u.s.w.

Jonas B.
Jonas B.
Reply to  Jaap Metsemakers
1 Jahr vor

Hallo Jaap

Ja sehr gerne! Vielen Dank jetzt schon!
Ich habe bis jetzt keine Informationen gefunden, wie stark
– Föhrennadeln
– Tannennadeln
– Eichenblätter
– Tannen- /Föhrenzapfen
und eben
– Thujablätter
den Boden versauern, wenn überhaupt.

Ich schaue auch noch, ob es vielleicht ein verlässliches Buch darüber gibt.

Beste Grüsse
Jonas

Jonas
Jonas
Reply to  Jonas B.
1 Monat vor

Also ich habe im März dieses Jahres ein paar Haufen mit Zweigen von folgenden Gehölzen gemacht: Föhre, Weißtanne, Rottanne, Wachoder, Eibe und eben Thuja. Sogar einen Haufen mit Rottannenzapfen machte ich. Am letzten Sonntag habe ich nun endlich auch Hornmehl zur Senkung des C/N-Verhältnisses darübergestreut (= schnellere Verrottung). An jenem Sonntag machte ich nun auch ein Häufchen mit Eichenblättern.

Nächsten Herbst hat sich vielleicht genügend Komposterde gebildet, bei dem ich dann den pH bestimmen lassen werde (natürlich jeden Posten einzeln), was ich dann sofort hier melden werde.

Jaap Metsemakers
Reply to  Jonas
1 Monat vor

Waaw Jonas, das ist schön! Bin ich jetzt mal gespannt. Ich vermute dass das pH-Wert in allen Haufen nicht zu niedrig sein wird. Aber wir werden es wissen. Danke!

Jonas
Jonas
Reply to  Jaap Metsemakers
1 Monat vor

😉

Jonas B.
Jonas B.
1 Jahr vor

Ihr meint wohl Traubentrester, nicht Traubenmost?

Jaap Metsemakers
Reply to  Jonas B.
1 Jahr vor

Upsy, mal im Deutschen google gegoogelt auf Traubenmost, die Bilder zeigen ja nicht was ich gemeint habe…Da hat der Übersetzer oder die Übersetzerin schon ein Fehler gemacht. Muss in tet tat Traubentrester sein. Aber vielen dank, ich korrigiere das.

8
0
Würde gerne deine Gedanken erfahren, bitte kommentieren.x
()
x