Meine Eiben verfärben sich braun

Meine Taxus verfärben sich braun/hellbraun. Was ist da mit meine Eiben los?

Es ist Winter. Sie gehen durch den Garten und sehen, dass einige Ihrer Eiben (Taxus baccata) sich ein bisschen braun verfärbt haben. Ungefähr so, wie auf den Fotos unten (junges Wachstum in unserer Baumschule). Wenn es inzwischen spät im Herbst oder sogar schon Winter ist, handelt sich vielleicht um genau das, womit sich dieser Artikel befasst. Es ist ein relativ harmloses Phänomen, das bei Eiben, die vor weniger als einem Jahr gepflanzt/umgepflanzt wurden, ziemlich oft vorkommt, und manchmal auch noch später. Es handelt sich eigentlich einfach um eine Art Winterverfärbung. Dort, wo kalter Wind die Pflanzen erreichen kann, ist es meist am schlimmsten. Pflanzen, die ein kleines bisschen größer sind als andere, oder Pflanzen, die weniger geschützt stehen, verfärben sich oft stärker. Ist so etwas in Ihrem Garten los oder zweifelen Sie, ob es das ist? Sie können unten gerne Fotos mit uns teilen und/oder reagieren.

Warum nur einige Pflanzen und nicht alle?

Wie Sie auf den Fotos sehen können, haben sich einige Eiben braun/hellbraun verfärbt, aber bei weitem nicht alle. Woran liegt das? Um ehrlich zu sein weiß ich das nicht so genau (auch wenn ich so meinen Verdacht habe). Ich weiß aber, dass sich jedes Jahr wieder nur einige Eiben verfärben, und dass auch diese Pflanzen im Mai alle wieder grün werden (bei einem langen Winter kann es auch bis Juni dauern). Wenn mich jemand daran erinnert, schieße ich im Mai gerne wieder Fotos an derselben Stelle. Wenn mein Bruder (dem gehört dieses Teil der Gärtnerei) die Pflanzen dann noch nicht umgepflanzt hat, kann ich meine Geschichte also beweisen (oder mich selbst zum Affen machen…).

Was sollten Sie (nicht) tun?

Sie haben durchaus Möglichkeiten, wie Sie im folgenden Absatz lesen können. Vielleicht bekommen die braun/hellbraun verfärbten Eiben im Frühling dadurch schneller wieder Farbe, aber ausgetestet habe ich das nie, weil wir das in der Gärtnerei mit allen Pflanzen machen. Aber zunächst einmal handelt es sich nicht um eine Krankheit, weshalb man auch nicht unbedingt etwas unternehmen muss. Und ganz wichtig ist, dass Sie in Ihrer Panik nicht etwas Falsches tun. Oft fangen Menschen beispielsweise an, viel mehr zu bewässern, wenn die Pflanzen sich verfärben. Wenn es nicht gerade einen extrem trockenen Herbst gegeben hat, sollten Sie das bloß nicht machen! Die Taxus verbrauchen und verdunsten jetzt praktisch kein Wasser mehr. Deshalb kann zu viel Wasser jetzt leicht dazu führen, dass die Wurzeln absterben und so echte Probleme entstehen. Es ist auch nicht gut, jetzt Bittersalz oder NPK-Kunstdünger zu verabreichen (wie zum Beispiel Blaukorn). Wenn es zwischendurch etwas wärmer werden sollte, holen Sie die Pflanzen damit eventuell aus der Ruhephase, was im Winter absolut nicht gut ist. Die Ruhephase gibt es schließlich nicht umsonst.

Was können Sie aber tun?

Tatsächlich hat das Folgende rein gar nichts mit der Braunfärbung zu tun. Trotzdem kann es vielleicht einen Beitrag leisten, damit die Pflanzen im Frühling schneller grün werden, weil es die Aufnahme von allen möglichen Düngemitteln und Wasser fördert. In unsere Gärtnerei (wieso unsere Gärtnerei: Erfahre es in „Über uns)“‚ verabreichen wir jeden Herbst/Winter:

  • Muschelkalk (50 g/m2)
  • Eifelgold-Lavamehl oder Lavakalk (50 g/m2)
  • Biovin, Traubentrester (100 g/m2)

Dies ist übrigens auch alles zusammen in einem Produkt in einem praktischen Eimer erhältlich, nämlich Heckenkraft 4, das von meiner Frau persönlich abgewogen und gemischt wird.

Zubereitung Heckenkraft-4

Der Muschelkalk ist mit einem hohen CaCO3-Gehalt (dabei handelt es sich insbesondere um das CO3) ein starkes Mittel, um den pH-Wert zu erhöhen/neutralisieren. Das Kalzium verhindert mit seiner Rolle im Lehm-Humus-Komplex, dass sich Lehmböden verschließen, und unterstützt das Bodenleben (vor allem Würmer lieben Kalzium). Das Lavamehl sorgt für die Spurenelemente, die für die Aufnahme der wichtigsten Düngemittel (wie etwa Phosphor, Stickstoff und Magnesium) erforderlich sind. Der Traubentrester bringt Humus und andere das Bodenleben stimulierende Stoffe in den Boden. Kurz gesagt sorgt diese Winterdüngung die ganze Wachstumsphase lang dafür, dass andere Düngemittel wie etwa Phosphor, Stickstoff und Magnesium viel besser aufgenommen werden können. Und sie sorgt auch dafür, dass es tatsächlich Sinn macht, den Pflanzen in der Wachstumsphase Frühlingsdünger und Sommerdüngemittel zu geben.

Weil diese Herbst-/Winterdüngung das ganze Jahr durch Wirkung zeigt und eigentlich nur im Herbst/Winter verabreicht werden kann (insbesondere die beiden Kalksorten) ist dies tatsächlich die wichtigste und sinnvollste Düngung im ganzen Jahr.

Fazit

Höchstwahrscheinlich ist alles in Ordnung mit Ihren Eiben und Sie brauchen gar nichts zu unternehmen. Aber vielleicht wollten sie Sie daran erinnern, dass sie jetzt gekalkt werden wollen, um dann im Frühjahr wieder schön „essen“ zu können 😉.

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