Ist Rindenmulch gut oder schlecht für Heckenpflanzen?

„Ist Rindenmulch gut oder schlecht für Thuja, Taxus und Lorbeer?“ und „Ist es eine gute Idee, meine Hecke mit Rindenmulch zu mulchen?“
Diese Fragen mussten wir im Laufe der Jahre öfter beantworten. Und eigentlich ist das wirklich schwierig. Der Rindenmulch hat positive, aber auch weniger gute Auswirkungen auf die Pflanzen.

Positive Auswirkungen Rindenmulch

Rindenmulch bringt Humus (organisches Material) auf und schließlich auch in den Boden. Das ist auf jeden Fall gut. Folgendes hat zwar weiter nichts mit der Gesundheit der Hecken-pflanzen zu tun, aber er hält das Unkraut für eine Weile praktisch komplett fern. Diesen Vorteil muss man allerdings relativieren, da die Heckenpflanzen längerfristig selbst dafür sorgen, dass kein Unkraut unter den Pflanzen wächst. Unter der Hecke ist es schließlich dunkel, so dass dort auf die Dauer fast nichts wächst. Abgesehen von der Echten Zaunwinde, der kommt durch alles hoch…

Negative Auswirkung Rindenmulch

Rindenmulch, gut oder schlecht?Er macht den Boden etwas sauer. Es gibt praktisch keine Heckenpflanze, die sauren Boden mag. Kirschlorbeeren verfärben (bei eine zu dicke Schicht Rindenmulch) richtung eine hellere Farbe, sogar bis gelblich. Vermutlich hat das hiermit etwas zu tun.
Wie Sie diese negative Auswirkungen (teilweise) kompensieren können lesen Sie unten. Vermuten Sie dass dieses Thema auch bei Ihre Kirschlorbeerhecke eine Rolle spielt? Gerne teilen Sie es mit uns in den Kommentaren unten.

Auswirkungen, die je nach Bodenart positiv oder auch negativ sein können

Bei einem sehr durchlässigen Boden (wie zum Beispiel Sandboden) sorgt eine Schicht Rindenmulch dafür, dass das Wasser besser festgehalten wird. So trocknet der Boden nicht so schnell aus, und der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens bleibt ziemlich konstant. Das ist gut.
Bei einer Bodenart hingegen, die anfälliger für Staunässe ist (Lehm- und/oder Tonboden mit zu wenig Humus) verschlimmert der Rindenmulch das Feuchtigkeitsproblem nur. Das Wasser kann dann weder richtig ablaufen noch verdunsten. Dadurch bleibt es möglicherweise zu lange zu nass, und infolgedessen sterben Ihre Heckenpflanzen ab. Unkrautgewebe oder Unkrautvlies verstärkt diesen Effekt. Insbesondere bei Taxushecken kann dies ziemlich schnell fatal sein. Bei Kirschlorbeer ist es in der Regel nicht tödlich aber werden die Pflanzen etwas heller bis sogar gelblich. Ich weiß nicht sicher, ob dies bei Kirschlorbeer hauptsächlich auf zu sauren Boden oder mehr auf den Wasserhaushalt zurückzuführen ist. Ich denke, es liegt hauptsächlich am niedrigen pH-Wert. Jeder, der mehr weiß, kann gerne unten reagieren.

Wie hoch muss ich den Rindenmulch auftragen?
Bei einem sehr durchlässigen Boden:Max. 5 cm hoch und mit einem Unkrautvlies kann ich dann leben.
Bei eimem Staunässe empfindlichen Boden:0 cm
Mit einem durchschnittlichen Bodentyp in Bezug auf den Wasserhaushalt:4 cm, lieber kein Tuch oder Vlies.

Und bitte messen Sie die Höhe nach. Ich weiß, dass viele Augen 10 cm für 5 cm betrachten und umgekehrt. Zu hoch ist schlecht für Ihre Pflanzen.

Negative Auswirkungen (teilweise) kompensieren

Die leichte Versauerung Ihres Bodens durch den Rindenmulch können Sie mit Heckenkraft-Extra fast sofort ausgleichen, da das pH von Heckenkraft-Extra 7,9 ist und ziemlich stark gepuffert ist. Darüber hinaus wirkt es gleichzeitig auch als ein vorsichtiger Anreger von geschwächte Pflanzen (dafür ist es eigentlich entwickelt) wobei Verbrennung nicht möglich ist. Das hohe pH-Wert ist eher Zufall aber wirkt trotzdem sehr gut aus auf Rindenmulch. „Heckenkraft Extra“ kann das ganze Jahr über zur Bekämpfung der Versauerung eingesetzt werden.
Eine mehr dauerhafte Lösung wäre jeder Herbst oder Winter eine Menge Heckenkraft-4 auf Ihrem Boden auf zu bringen. Das erhöht der pH (mit Meeresmuschelkalk und Eifelgold-Lavamehl) dauerhaft. Außerdem dürfen Sie niemals eine mehr als 5 cm dicke Schicht Rindenmulch auftragen. Bei Böden, die schnell unter Staunässe leiden, würde ich sogar komplett aufs Mulchen verzichten.

Fazit

Bei normalen bis durchlässigen Böden ist eine dünne Schicht aus gutem Rindenmulch durchaus zu empfehlen. Dann wiegen die positiven Auswirkungen die negativen vielleicht gerade so auf. Allerdings müssen Sie dann (vorzugsweise im Herbst) ein bisschen Gartenkalk oder Heckenkraft-4 ausbringen, damit der Boden nicht versäuert. „Heckenkraft Extra“ kann das ganze Jahr über zur Bekämpfung der Versauerung eingesetzt werden. Auf wenig durchlässigen Boden würde ich niemals Rindenmulch verwenden.

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