Portugiesischer Kirschlorbeer; Krankheiten und Vorteilen

Die ‚Nachteile‘ und Krankheiten des portugiesischen Kirschlorbeers

1) Der portugiesischer Kirschlorbeer sei frostempfindlich

Wir beginnen gleich mit dem wichtigsten oder jedenfalls bekanntesten Nachteil der Lorbeerkirsche im Allgemeinen (zumindest vor ein paar Jahren). Dies ist ein Thema, das in den letzten Jahren und unserer Meinung nach zu Recht, etwas weniger Aufmerksamkeit erhielt. Ich weiß noch genau, dass einige Jahre, nachdem wir begonnen haben Heckenpflanzen nach Deutschland zu liefern, auf einen Schlag ein Abwärtstrend beim Kirschlorbeer entstanden war. In vielen Gärtnereien und bei vielen Kunden in Deutschland waren alle neu gepflanzten Kirschlorbeerpflanzen durch Frost stark geschädigt. Zwei Jahre gab es kaum Interesse an Lorbeerkirsche. Langsam aber sicher ist dies vergessen und der Kirschlorbeer ist mittlerweile wieder stark gefragt. Auf heckenfreunde.de erfahren Sie in dieses Artikel was ich über dieses Thema schon geschrieben habe. Es lauft aber darauf hinaus, dass das Thema Frostbeständigkeit kein Thema ist um sich für eine andere Kirschlorbeer-Sorte zu entscheiden. Möchten Sie zu 100% vor Frostschäden geschützt bleiben? Dann muss man einfach keine Lorbeerkirsche nehmen. Ob das Thema Frostempfindlichkeit nach wie vor aber ein guter Grund für eine solche Entscheidung ist, ist unserer Meinung nach höchst fraglich. Darüber haben wir folgendes geschrieben (auf heckenfreunde.de).

Wir sind der Meinung, dass viel mehr Heckenpflanzen wegen Hitze oder Trockenheit eingehen statt durch Frost. Das zeigen harte Zahlen. Fahren Sie einfach einmal in März (nach dem winter) und einmal im September (nach dem Sommer) durch die Neubaugebiete… Sie werden im September viel mehr tote Heckenpflanzen sehen als im März. Dies werden jedoch hauptsächlich Thujas und kaum portugiesische Lorbeerkirsche sein!

Portugiesischer Kirschlorbeer gelbe Blätter während der Blütezeit.2) Gelbe Blätter am portugiesischen Lorbeer

Dieses Phänomen tritt bei allen Kirschlorbeerarten in etwa gleichem Maße auf. Dies sollte daher kein entscheidender Faktor bei der Wahl zwischen den verschiedenen kirschlorbeer-Arten sein.

Was ist dieses Pfänomen?
Auch immergrüne Pflanzen wechseln ihre Blätter. Dies geschieht aber so langsam, dass es nicht auffällt. Wenn die Pflanze aber aufgrund von Hitze oder Trockenheit ein bisschen gestresst ist, werden mehr Blätter abgeworfen, um Energie zu sparen. Auch bei extremer Nässe ist dies möglich, kommt aber viel seltener vor. Die Blätter verfärben sich erst gelb und fallen dann ab. Dies ist auch oft der Fall, wenn die Pflanzen im Frühjahr austreiben oder blühen (mehr erfahren). Das Austreiben kostet Energie, Wasser und Nährstoffe. Wenn die Zufuhr an Wasser und Nährstoffen nicht ausreicht, werden Blätter abgeworfen. Gelbe Blätter sehen für einen Laien meistens dramatischer aus, als sie sind. Wenn in unserem eigenen Garten oder in der Gärtnerei viele gelbe Blätter auftreten, dann weiß ich, dass Kunden auch schnell wieder anrufen oder mailen werden. Denn oft ist das dann auch bei ihnen der Fall. Wenn gleichzeitig mit den gelben Blättern neue Ausläufer, Blumen und/oder Beeren zu sehen sind, ist meistens alles in Ordnung.

Lösung für dieses ´Problem´
Wenn etwas mehr Wasser gegeben wird und die gelben Blätter mit der Hand entfernt werden, ist das Problem meistens schnell behoben. Und auch hier gilt wieder, je besser die Bodenbedingungen, desto weniger stark dieses Phänomen sich äußert. Gießen ist aber absolut es wichtigste.
Also; Was muss man tun?: Mehr gießen. Was kann man tun?: Der Boden verbessern, zum Beispiel mit heckenkraft.

Es handelt sich hier übrigens nicht um eine Krankheit!, sondern um ein natürliches Phänomen.

3) Schimmel und Bakterieninfektionen

Eine hohe Luftfeuchtigkeit, in Kombination mit weichem Wachstum, Platzregen und schneiden fördern die Infektionsgefahr durch verschiedene Bakterien und Schimmel. Dieses Phänomen tritt auch wieder bei allen Kirschlorbeerarten in etwa gleichem Maße auf (die Lorbeerkirsche Caucasica ausgenommen). Nachfolgend finden Sie Informationen zu den bekanntesten Bakterien- und Pilzinfektionen.

Schrotschusskrankheit portugiesischer KirschlorbeerRisse (Löcher) in den Blättern, Schrotschusskrankheit
Etliche Schimmel- und Bakterienarten können beim Prunus Schrotschusskrankheit verursachen. Beide Verursacher können gleichzeitig auftreten.

Schrotschuss ist darum der Sammelbegriff für mehrere Infektionen. Die Krankheit zeigt sich vor allem auf den Blättern der Pflanze. Es treten kleine violette/rote Flecken mit einer gelben Mitte auf. Die Pflanze bildet rund um die Infektion eine natürliche Barriere. Der Fleck stirbt ab und verfärbt sich dabei braun. Durch das Abfallen des toten braunen Gewebes entstehen Löcher im Blatt. Es sieht zeitweise nicht so schön aus, aber die betroffenen Blätter werden im Laufe der Zeit abfallen und die Pflanze regeneriert sich selbst. Hier erfahren Sie mehr über die Schrotschusskrankheit.

Gekräuseltes Blatt, eingerollte Blätter, Mehltau
Gekräuseltes Blatt bei Kirschlorbeer weist meistens auf Mehltau hin. Davon gibt es zwei Hauptarten. In den Niederlanden nennen wir sie echten und falschen Mehltau. Welche der beiden zutrifft, ist für Sie nicht wirklich wichtig. Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen – beide sind nicht wirklich dramatisch.

Echter Mehltau: Ein weißer, pelziger Schimmel auf der Oberseite der Blätter. Später rollen sich die Blätter zusammen und fallen ab.
Falscher Mehltau: Ein weißer Schimmel an der Unterseite der Blätter, die auch durch Verletzung des Blattes lokal eine andere Farbe erhalten. Auch hierbei kann sich das Blatt kräuseln.

Vorbeugen dieser Schimmel und Bakterieninfektionen
Was sollten Sie bestimmt nicht tun?:
– Später als August noch schneiden.
– Mehr als einmal im Jahr schneiden (ist dies notwendig, dann ist diese Heckenpflanze nicht für Ihren Garten geeignet).
– Düngen mit viel Stickstoff (mehr als 7 % ist unser Meinung nach Sinnlos und nicht gesund).
– Später als August düngen mit Dünger den > 5 % Stickstoff enthält.

Sowohl Schrotschuss als Falscher Mehltau bei Kirschlorbeer Rotundifolia nach zu starkem Rückschnitt.Bekämpfen dieser Schimmel und Bakterieninfektionen
Die aktive Bekämpfung von Mehltau oder Schrotschusskrankheit mit Gift ist unser Meinung nach für nichts gut. Mehltau kann im Herbst kaum als Krankheit bezeichnet werden. Und für den Rest des Jahres, würde das Versprühen von Gift, nur der Bekämpfung von Symptomen sein, anstatt das Problem anzugehen.

Wenn Ihre Kirschlorbeerhecke bereits zu Beginn des Jahres, im Frühling oder Sommer, stark von Mehltau oder Schrotschusskrankheit betroffen ist, sind in der Regel einige Bodenverhältnisse nicht optimal. Zu wenig Wasser, zu viel Wasser, zu wenig Humus, kein gesundes Bodenleben, zu wenig Kalzium im Vergleich zu Magnesium und so weiter. Das und wie man dem Boden mit Heckenkraft verbessern können erfahren Sie hier. Es ist oft eine Kombination solcher Ursachen oder einen (zu) starken Rückschnitt, der solche Infektionen so früh im Jahr verursacht. Leider können Sie den Boden, in dem sich die Pflanzen befinden, nicht mehr ersetzen. Sie können sich jedoch bemühen, diesen Boden ein wenig zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass dies mit heckenkraft möglich ist, wollen es aber andererseits nicht zu einem Werbechat hier in der Wissensbasis machen. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass Mehltau und Schrottschusskrankheit keine Krankheiten sind, die man mit Gift behandeln muss. Sie müssen vor allem die Umstände verbessern. Und wenn Sie aus Platzgründen oft beschneiden müssen, können Sie nichts anderes wie diese „Krankheiten“ akzeptieren oder andere Pflanzen nehmen. Leider ist das halt die Wahrheit.

Mehltau im Herbst müssen Sie nicht als echte Krankheit ansehen
Mehltau im Herbst ist kein Problem. Es liegt (meist jedes Jahr) nur am letzten zweiten Schub, den die Pflanze gemacht hat. Dieser letzte Wachstumsschub tritt beim Portugiesischer Kirschlorbeer oftmals spät in der Saison auf; er kann daher nicht genug abhärten. Dieses schwache Blatt wird darum fast immer von der einen oder anderen Mehltau-art angegriffen.

Die logische Konsequenz des Einsatzes als Hecke
Wenn Sie den portugiesischen Kirschlorbeer einfach so wachsen lassen, wie er von Natur aus wächst (sehe Foto), treten kaum Bakterien- und Pilzinfektionen auf. Wenn er aber jedes Jahr beschnitten wird, entsteht immer ein wenig Mehltau oder Schotschuss. Das gehört dann eigentlich einfach dazu…Aber bei jeder Art von Heckenpflanze gibt es schon etwas, das nicht ganz ideal ist.

Die ‚Empfindlichkeiten‘ des Portugiesischen Kirschlorbeers richtig einordnen

Wir erwähnen die oben genannten Erscheinungen und Krankheiten für den portugiesischen Kirschlorbeer (sie treffen übrigens alle auch auf den gewöhnlichen Kirschlorbeer zu) vor allem deshalb, damit Sie sie erkennen können und um zu zeigen, dass in den meisten Fällen nichts Schwerwiegendes vorliegt.

Alle genannten Erscheinungen sind für die Pflanze kaum ein Problem. Es gibt einige Dinge, die das Aussehen der Pflanze zeitweilig etwas beeinflussen können. Vergleicht man das aber mit den Problemen mit z. B. der Trieblaus am Thuja Smaragd oder Schimmel und Virusinfektionen bei Zypressen, wo sehr große, hässliche braune Flecken entstehen und die Pflanzen sogar eingehen können, dann sind die Probleme beim (portugiesischen) Kirschlorbeer eigentlich ein Klacks. Eine ´normale´ Lorbeerkirsche wie auch der Portugiesicher Kirschlorbeer ist tatsächlich kaum kleinzukriegen und erholt sich fast immer von alleine, er ist fast wie Unkraut;-).

Die Vorteile des portugiesischen Kirschlorbeers

 

1) Für den kleinen Garten geeignet

Die meisten Heckenpflanzen, die statt nur Nadeln, Blätter besitzen und sogar Blüten, wachsen sehr schnell und müssen darum oft geschnitten werden. Tut man das nicht, nehmen sie sehr schnell viel Raum ein. Auch wenn zweimal pro Jahr schneiden für Sie persönlich kein Problem ist, ist es nicht ideal, da mehr als einmal pro Jahr schneiden die Schrotschusskrankheit fördert. Dadurch ist der „normale“ Kirschlorbeer für den kleineren Garten eigentlich nicht geeignet. Dies gilt nicht so sehr für die portugiesische Lorbeerkirsche Angustifolia, und das ist absolut ein Vorteil. Sie wächst nämlich nicht so schnell und bleibt (für einen Kirschlorbeer) recht kompakt.

Einmal im Jahr schneiden reicht auch in einem kleinen Garten. Wir sagten früher, dass er der Thuja Smaragd unter den belaubten Heckenpflanzen ist. So ganz stimmt das nicht, denn der Thuja Smaragd wächst immerhin noch langsamer und bleibt noch kompakter. Bei den meisten Kriterien (schnell blickdicht, robust, leicht anwachsend, Verträglichkeit mit anderen Bäumen/Sträuchern in der Nähe, Bodenanforderungen), die für Heckenpflanzen gelten, siegt der portugiesische Kirschlorbeer doch locker vor dem Thuja Smaragd. Ich lasse dabei das Aussehen und den Geschmack natürlich außen vor. Für welche Heckenpflanze wurde ich mich entscheiden? Sehe Empfehlung des Chefs auf heckenfreunde.de.

2) Geschwindigkeit bezüglich (blick)dichtem Wachstum

Der portugiesischer Kirschlorbeer wächst, wie gesagt, nicht so schnell. Aber diese Heckenpflanze verträgt es recht gut, etwas enger gepflanzt zu werden. Große Pflanzen können so gepflanzt werden, dass anschließend alles schon nahezu blickdicht ist. Vielleicht nicht so dicht, wie die meisten anderen (breit-blättrigen) Lorbeerarten, aber für die meisten Menschen doch ausreichend dicht.

3) Robust/wächst einfach an

Vor Jahren musste ich einmal eine portugiesische Lorbeerhecke in einer neuen Wohnsiedlung in Ingolstadt anlegen (Bayern). Normalerweise gehe ich zuerst hin und schaue mir alles an oder habe wenigstens gute Fotos. Diesmal war das nicht möglich. Vor Ort schien der Boden tatsächlich fürchterlich zu sein. Steine, Lehm und Schutt waren die Hauptbestandteile. Die ganze Geschichte können Sie hier oben und unter die Artikeln lesen auf Heckenfreunde.de, es lauft aber darauf hinaus, dass die Pflanzen (nun drei Jahre weiter) noch immer top ausschauen.

Das wäre mit einem Thuja Smaragd niemals geglückt, da bin ich mir ziemlich sicher. Das bedeutet übrigens nicht, dass ich einen solchen Sch..boden für die Pflanzung egal welcher Hecke empfehle…Sie sind, was das Anwachsen nach dem Einpflanzen betrifft, aber eine der einfachsten Heckenpflanzen, damit meine ich, dass die eigentlichen Ausfälle (in Prozent) sehr niedrig sind. Es kann einige Zeit dauern, bevor sie wirklich frisches Grün austreiben. Sie bilden erst Wurzeln und sehen bis dies ausreichend gelungen ist, oft lange recht grau aus. Aber vielleicht ist es genau das, was sie so stark macht – erst gründlich Einwurzeln und dann die Energie in die Bildung von Trieben stecken. Einige andere Heckenpflanzen beginnen bereits mit der Triebbildung, während die Wurzeln noch nicht ausreichend mit dem Boden verbunden sind.

4) Ist ziemlich Klima resistent

Tatsächlich steht die portugiesische Lorbeerkirsche in Bezug auf die Klima-Resistenz genauso weit oben auf unserer Liste wie die Eibe. Sehe Heckenfreunde.de.

5) Immer wieder zurückzuschneiden

Wenn Sie in einem Jahr den Schnitt vergessen haben, ist das nicht schlimm, denn der Portugiesischer Kirschlorbeer kann immer wieder zurückgeschnitten werden (im Gegensatz zu Thujas). Dies gilt übrigens für alle Lorbeerkirsche, für den gewöhnlichen Kirschlorbeer-Arten (wie der Kirschlorbeer Caucasica und Kirschlorbeer Novita) gilt dies vielleicht noch etwas mehr als für den portugiesischen Lorbeer. Der gewöhnliche Kirschlorbeer kann nach Jahren, in denen er nicht geschnitten wurde, bis zum Stamm zurückgeschnitten werden (die neuen Triebe sind dann aber gefährdeter, was Mehltau betrifft). Das kann man mit dem portugiesischen Lorbeer nicht machen (denn es dauert sehr lange, bevor sie wieder austreiben), aber man kann den Schnitt doch deutlich länger ausfallen lassen, als beispielsweise bei den Thujas. Wenn Sie es bei Thujas zwei Jahre vergessen, ist die Hecke unumkehrbar breiter geworden, bei den Portugiesischer Kirschlorbeer ist gar nichts passiert.

6) Herrlich duftende Blüten

Meine Frau stimmt dieser Überschrift zufällig nicht so ganz zu, sie findet die Blüten des Portugiesischen Kirschlorbeers nicht so herrlich duftend (zu stark)… Aber die meisten Menschen wie auch ich sind der Meinung, dass die auffälligen weißen Blüten sehr gut riechen. Die Insekten mögen sie auf jeden Fall. Sie blühen erst im Mai, etwas später als beim gewöhnlichen Kirschlorbeer.

Tipp für beim Einpflanzen:
Der portugiesische Lorbeer darf in den ersten Monaten nach dem Einpflanzen ruhig großzügig gewässert werden. Wo es für andere Heckenpflanzen schnell zu viel Wasser wird, wissen wir mittlerweile aus Erfahrung (aufgrund einer Überschwemmung in 2016…), dass der portugiesische Lorbeer nichts gegen reichlich Wasser hat.

2
Antworten Sie auf diesen Artikel

avatar
Photo and Image Files
 
 
 
  Abonnieren  
neueste älteste am meisten gestimmt
Abonnieren
Martina
Gast
Martina

Danke für diese hilfreichen Ausführungen.
Trotzdem noch ein Frage: welcher ph-Wert ist für den „portugiesischen Lorbeer“ optimal.
Danke und viele Grüße
MLenz

  • Out of stock
    März bis Juni

    Heckenkraft 1

    ab 30,00
    (für 30 Laufmeter)
  • Juli bis August

    Heckenkraft 2

    ab 28,00
    (für 30 Laufmeter)
  • September bis Oktober

    Heckenkraft 3

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)
  • November bis Februar

    Heckenkraft 4

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)