Was kann während und nach der Anpflanzung einer Hecke alles schiefgehen?

1. Der unvorsichtige Umgang mit den Ballen
Es wird unvorsichtig mit den Pflanzen umgegangen. Insbesondere die Ballen können unsichtbar aber ernsthaft beschädigt werden. Je weniger sie bewegt und geschleppt werden, desto besser.

2. Jutegewebe wird entfernt
Wenn das Jutegewebe entfernt wird, kann der Ballen sowohl vor, während und nach der Anpflanzung (durch beispielsweise Wind) wesentlich leichter beschädigt werden. Was soll ich mit dem Jutegewebe machen?

3. Undurchdringbare Barrieren (beispielsweise Beton) in Nähe der Ballen
Oft wird die Hecke in einem Hochbett aus Betonplatten, neben oder zwischen einem Bordstein etc. platziert. Dadurch entstehen eine Reihe von Nachteilen:

  • Es gibt nicht genügend Platz für die Wurzeln, vor allem für Pflanzen wie Thujen, die einen flachen Wurzelwuchs haben.
  • Keine natürlicher Feuchtigkeitsausgleich. Anders als in Topf oder Pflanzenkübel, ist der Feuchtigkeitsausgleich im Freiland ziemlich konstant. Es kommt immer Feuchtigkeit von den Seiten und von unten. Zwischen Betonplatten ist dies anders. Zwischen Betonplatten ist es ein bisschen so wie in Topf oder Pflanzenkübel. Feuchtigkeit aus dem umgebenden Boden kann die Innenseite des Pflanzenbetts nicht so gut erreichen, wodurch dieser schnell austrocknet. Auch die Pflanzen ziehen schnell die Feuchtigkeit heraus. Auch das Gegenteil ist oft der Fall: bei zu viel Wasser kann sich dieses nicht ausbreiten, kann aber nur unterhalb der Wurzeln weg. Wodurch es schnell zu nass wird an den Wurzeln. Wenn sich darunter zudem noch eine Lehmschicht befindet, bleibt das Wasser genau dort an den Wurzeln stehen. Durch Mangel an Sauerstoff werden die Wurzeln sterben mit fatalen Folgen. Mit anderen Worten: die Bewässerung wird in diesem Fall eines Beton-Pflanzenbetts eher eng und dadurch sehr schwierig. Man gibt schnell zu viel, aber auch schnell zu wenig Wasser.
  • Beton, der noch ein Stück aus dem Boden guckt, kann durch Kapillarwirkung Feuchtigkeit aus dem Pflanzenbett (und aus den Ballen) entziehen.
  • Mineralstoffe aus der Umgebung können nicht oder nur schwer die Pflanzen erreichen.

Wie stark die oben genannten Punkte die Gesundheit der Pflanzen beeinflussen, hängt natürlich auch davon ab, wie breit das Betonbett ist, welcher Boden drin und unter ihm ist und in welchem Maß das Fundament der Betonkanten den Platz für die Wurzeln zusätzlich begrenzt. Je breiter das Bett, desto weniger schädlich ist es für die Pflanzen.

Nebenbei: Erfahren Sie hier, wie wir in Sendenhorst (NRW) eine Eibenhecke gerettet haben.

4. Schlechter Boden/fremde Muttererde
In 9 von 10 Fällen ist keine neue Muttererde nötig und es ist nur wichtig, ausreichend Humus zum vorhandenen Boden hinzuzufügen. Hierbei wird oft einiges falsch gemacht. Der von Natur aus vorhandene Boden wird (oft auf Anregung von Baufirmen) vollständig ausgegraben und ersetzt durch den sogenannten ‘neuen Mutterboden’ oder ‘gesiebte Mutterboden’. Oft hat aber dieser ‘neue Mutterboden’ nicht wirklich etwas mit echtem Mutterboden zu tun. Sehr oft ist er richtig teuer aber dennoch ’toter Boden’ ohne ein gesundes Bodenleben. Die Pflanzen können hier zwar ein Weilchen angemessen überstehen, aber bekommen ab einem gewissen Zeitpunkt Probleme. Echter Mutterboden enthält viel Humus und ist voll von Bodenorganismen wie Bakterien, Pilze und Würmer, die nötig sind, damit die Pflanzen Wurzeln schlagen und Nährstoffe aufnehmen können.

Wenn der vorhandene Boden nicht viel Humus enthält, wie es oft der Fall bei Lehm- und Sandböden ist, ist dem leicht durch einen guten (aber nicht frischen!) Kompost (wie ‚Cuxin DCM Aktiv-Erde für Siersträucher’) geholfen, der mit dem vorhandenen Lehm- oder Sandboden vermischt wird. Wird dies kombiniert mit einem biologischen Naturdünger aus Traubenresten, welcher Nahrung für die wichtigsten Bodenbakterien und Pilze enthält, dann sollte das Bodenleben und damit Ihre Hecke gedeihen. Auf diese Weise werden die weniger guten Eigenschaften von Lehm- und Sandboden zunichte gemacht und guten Eigenschaften aktiviert. Dies ist viel besser, als den natürlich vorkommenden Lehm- und Sandboden durch ‘falschen Mutterboden’ ohne gesundes Bodenleben zu ersetzen.

Ist nicht ausreichend Humus/Bodenleben im Boden vorhanden, dann können einzelne oder mehrere Pflanzen sterben. Sie werden auch schneller für Blattläuse, Pilze und anderes Ungeziefer anfällig. Sie müssen außerdem auch stärker miteinander konkurrieren, da nicht ausreichend Nährstoffe und Feuchtigkeit in aufnehmbarer Form vorhanden sind. Die stärksten Pflanzen sollen nicht die etwas schwächeren auskonkurrieren, oder sie sterben alle.

Gibt es zum Zeitpunkt, an dem Sie eine Hecke pflanzen wollen (beispielsweise weil diese bereits entfernt wurde), überhaupt keine Muttererde in Ihrem Garten (also auch kein Lehm- oder Sandboden)? Dann sollten Sie echte Muttererde kaufen (diese ist teuer, aber daran können Sie nicht ändern), oder doch so etwas wie gesiebte Muttererde mit min. 30 % einem qualitativ hochwertigem (nicht frischem!) Kompost (wie ‘Cuxin DCM Aktiv-Erde’ als Pflanzerde für Siersträucher) mischen. Auch zusätzlich noch etwas Naturdünger aus Traubenresten durchmischen wurde gut sein, da es immer gut ist, dem Bodenleben mit einer Hand zu helfen. Das letzte liefern wir übrigens immer gratis bei jeder Lieferung mit.

5. Zu dicht aneinander gepflanzt
Wenn Pflanzen näher aneinander gepflanzt werden, als durch uns angeraten, kann es eher vorkommen, dass Pflanzen es schwieriger haben oder es gar nicht schaffen. Vor allem die Thuja Smaragd kommt damit schlecht klar. Sie müssen dann stärker mit anderen um ausreichend Feuchtigkeit, Nahrung, Licht und Platz für die Wurzeln konkurrieren. Die stärksten Pflanzen können die etwas schwächeren kaputt konkurrieren. Je dichter sie aneinander gepflanzt werden, desto besser müssen alle anderen Bedingungen sein (insbesondere der Boden).

Nebenbei: Wie kann man geschwächte Pflanzen am besten helfen?

6. Zu dicht oder unter Bäumen oder Sträuchern pflanzen

Eine Art verträgt es besser als die andere, aber die meisten Thujen werden nicht gern unter anderen Bäumen gepflanzt. Ganz sicher nicht die Thuja Smaragd! Zusammen (mit anderen Sträucher oder Bäume) hoch wachsen geht manchmal noch gut, aber ein bereits verwurzelnder Baum oder großer Strauch in der Nähe von einer neu gepflanzten Hecke wird diese klein halten oder gar nicht anwachsen lassen, indem er Feuchtigkeit, Nährstoffe und eventuell Licht wegnimmt. Eibe (Taxus) verträgt dies am wenigsten schlecht.

7. Die Pflanzen stehen unten an einer schrägen Einfahrt
Wenn die Pflanzen unten an einem schrägen Einfahrt oder Hang stehen, erhalten sie bei nassen Wetterperioden zu viel ablaufendes Regenwasser und können ertrinken. Sorgen Sie bitte dafür, dass das Wasser gut abgeleitet wird durch Drainage und nicht genau hinter die Pflanzen gestaut wird von ein Randstein.

8. Die Wurzelballen zu tief pflanzen
Achten Sie bitte darauf, dass die Wurzelballen nicht zu tief eingepflanzt werden. Die Oberseite des Wurzelballens muss an den normalen Bodenniveau anschließen.

9. Blumenerde/Kompost sind nicht gut mit dem Boden vor Ort vermischt
Wenn der Boden vor Ort aus meist recht schlecht durchlassendem Boden besteht (wie Ton oder Lehm), gehen einige Dinge oft schief. Es werden Löcher oder ein Schlitz gegraben, in die die Pflanzen mit reiner Blumenerde (oder einem anderen gut durchlässigen Boden) gesetzt werden. Somit sind eigentlich Wasserlöcher (oder ein Wasserschlitz) geschaffen wurden. Dies ist der einzige Ort im Garten, wo das Wasser nun einfach runter gehen kann und unten auf Höhe der Wurzeln stehen bleiben kann. Hierdurch können die Wurzeln durch Mangel an Sauerstoff sterben, worauf die Pflanzen in Kürze folgen. Um dies zu vermeiden soll den Blumenerde/Kompost mit dem Boden vor Ort vermischt werden.

10. Ungenügend ‘eingeschwemmt’
Unmittelbar nach der Anpflanzung müssen die Ballen von oben bis unten vollständig im Schlamm stehen. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass sich die Ballen nicht gut mit dem Boden verbinden und dies später zu Problemen führen kann. In dem Moment, während ca. die Hälfte bis zwei drittel der Erde beim Anpflanzen zugefügt wird, sollte zügig das erste Mal ordentlich eingewässert werden. Nachdem die gesamte Erde zugeführt wurde, sollte dies ein zweites Mal geschehen. Beginnt man mit dem Einwässern erst zu Letzt, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass der Boden kein Wasser aufnimmt, weil dort viel Wasser wegspült. Unten kommt dann kein Wasser mehr.

11. Nach dem Anpflanzen noch ausrichten
Ab dem Moment, an dem die Pflanzen vollständig im Schlamm stehen, können sie noch ein bisschen ausgerichtet werden. Das Beste und Praktischste ist, wenn dies zugleich mit der Einwässerung geschieht. Danach müssen die Pflanzen in Ruhe gelassen werden und sollten nicht mehr zum präzisen Zurechtrücken angefasst werden. Tut man dies doch, macht man die prekäre Verbindung zwischen Ballen und Boden kaputt, wodurch die Pflanze möglicherweise entwurzelt wird. Genau richtig glückt es außerdem sowieso noch nicht, weil beide Seiten der Hecke nicht die exakt gleiche Dicke haben.

12. Falsche Bewässerung in den ersten Monaten nach der Pflanzung
In den ersten Monaten nach der Pflanzung müssen die Pflanzen ausreichend Wasser bekommen, allerdings auch nicht zu viel. Das beste ist, ca. ein Mal pro Woche Wasser in großer Menge geben, sowohl per Hand mit Gartenschlauch. Nicht mit einem Tropfschlauch oder anderem automatischen Bewässerungssystem, da dies für das erste halbe Jahr nach Anpflanzung ungeeignet ist! Tägliches Wasser geben ist absolut schädlich, insbesondere wenn das Wasser unter dem Boden nicht ablaufen kann (bei beispielsweise wegen Lehm oder Ton). Die Wurzeln würden dann aus Mangel an Sauerstoff sterben. In sehr durchlässigen Sandboden soll etwas mehr gegossen werden als hier beschrieben, in sehr dichte Lehmboden etwas weniger.

Eine ausführliche Gießanleitung finden Sie hier (gratis als PDP herunter zu laden).

13. Düngung
Wenn bei der Anpflanzung, neben den Mitteln, die wir anraten, noch zusätzlich Dünger verwendet wird, kann dies dazu führen, dass die Pflanzen verbrennen. Es wird eher zu viel als zu wenig gedüngt, insbesondere mit anorganischen und stickstoff- und/oder chlorhaltigen Düngemitteln. Ausreichend Humus und ein gesundes Bodenleben ist viel wichtiger als zufur von NPK-Dünger.

14. Die Verwendung von Rindenmulch zum Abdecken des Bodens
Viele Leute streuen Rindenmulch auf dem Boden zur Vorbeugung von Unkraut. Und meistens so viel und so dick wie möglich. Wir haben den folgenden Artikel darüber geschrieben.

15. Neuer Rasen kurz nach Pflanzung der Hecke
Ein neuer Rasen, vor allem, wenn gesät, benötigt zu Beginn viel Wasser. Das Beste ist, diesen täglich zu sprühen. Kommt dieses Wasser (beispielsweise von einer automatischen Sprinkelanlage) bis an die neue Hecke, dann kann es für Ihre Hecke schnell zu oft und zu viel Wasser sein und Schäden verursachen. Vor allem in Verbindung mit Punkt 3, 7, 9 und Lehm. Stellen Sie sicher, dass das Sprühwasser für den Rasen nicht bis zur Hecke reicht, sollten Sie täglich sprühen. Wir haben sehr deutlich Beispiele gesehen, bei denen die Hecke genau an den Stellen kaputt gegangen ist, bis zu denen das Sprühwasser reichte.

16. Unnötige Panik bei einem gelben Blättchen oder Ästchen
Im ersten Jahr nach der Pflanzung können die Pflanzen immer einige Stressphasen durchlaufen. Dies kann einhergehen mit ein paar gelben Blättchen beim Kirschlorbeer, braunen Ästchen bei Thujen und gelben Nadeln (vor allem innen) beim Taxus, die dann abgeworfen werden, um Energie zu sparen. Während des Austriebs im Frühjahr ist dies auch vollkommen normal. Wenn dies der Fall ist, muss man einen kühlen Kopf bewahren und nicht beispielsweise übertrieben viel Wasser geben oder mit Gift sprühen. Oft ist die Reaktion über ein paar gelbe Blättchen schlimmer als das Leiden.

17. Hitze/Trockenheit kurz nach der Anpflanzung
Hitze und Trockenheit kurz nach der Anpflanzung kann das Wachstum der Pflanzen behindern. Insbesondere in Kombination mit einem oder mehreren der genannten Punkten kann dies fatale Folgen haben.

Kombination von Faktoren
Meistens ist es nicht einer der zuvor genannten Punkte, aber eine Kombination von mehreren Faktoren, die dafür sorgen können, dass sich die Pflanzen in keinem guten Zustand befinden und anfällig für Blattläuse, Pilze etc. sind. Wenn Sie durch Umstände einen der zuvor genannten negativen Faktoren nicht vermeiden können, sorgen Sie dafür, dass der Rest in jedem Fall optimal ist!

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