Düngen im Frühling, Sommer, Herbst und Winter? Kann man falsch düngen?

Soll ich meine Hecke im Herbst düngen? Wenn ja, mit welchem Dünger?
Mit Herbst meine ich eigentlich den Spätsommer und den Herbstanfang, also September und Oktober.

Wie bei der Geschichte zum Sommer (unten mehr dazu) ist es auch hier am wichtigsten, was man nicht gibt. Es ist insbesondere nicht ratsam, übermäßig stickstoff- und phosphorhaltige Dünger zu verwenden. Viel Stickstoff vergrößerst nämlich die Zellstruktur, aber resultiert eben auch in schwächeren Zellwänden. Dies erhöht das Risiko auf Frostschäden im Winter und macht die Pflanzen anfälliger für alle Arten von Krankheiten und Schädlingen. Etwas mehr Kalium ist hingegen genau richtig zu dieser Jahreszeit. Das verlangsamt das Pflanzenwachstum ein wenig und härtet sie ein wenig ab. Natürlich ist es kurz vor dem Winter gut, wenn die Wurzeln gestärkt und vermehrt werden, denn das schützt vor Frost und Sturmschäden. Heckenkraft 3 berücksichtigt übrigens alle diese Faktoren.

Im Spätherbst und/oder Winter düngen
Muss man im Winter düngen? Wenn man damit wirklich die Düngung im Sinne der Nährstoffversorgung für das unmittelbare Wachstum meint, lautet die Antwort ganz klar: nein. Das will man im Herbst und Winter gerade nicht. Was erwartet man denn dann von einem Herbst-Winter-Dünger?

1) Dass er den pH-Wert erhöht und/oder neutralisiert.
Herbst und Winter sind die idealen Jahreszeiten für eine nachhaltige Neutralisierung des Bodens mit dem passenden Kalk. Bei den Kalksorten, die den pH-Wert effektiv neutralisieren, handelt es sich um Kalk mit einem hohen CaCO3 (Calciumcarbonat) Anteil. Kalksorten, die CaCO3 enthalten, sind beispielsweise Meeresmuschelkalk (Heckenkraft 4, unser Herbst-Winter-Dünger, enthält 25% Meeresmuschelkalk), aber z.B. auch Algenkalk. Die kleinen Meeresmuschelstückchen in Heckenkraft 4 lösen sich das ganze Jahr über langsam im Boden auf und neutralisieren dadurch den Boden dauerhaft.
Viele Kalksorten enthalten wenig bis gar kein CaCO3, dahingegen jedoch hauptsächlich Oxide (u.a. Calciumoxid und Magnesiumoxid), diese sind in Bezug auf die Erhöhung des pH-Wertes viel weniger effektiv.

2) Dass Calcium (Ca) und Spurenelemente hinzugefügt werden
Calcium ist das wichtigste Element im Lehm-Humus-Komplex und von wesentlicher Bedeutung für eine luftige und körnige Bodenstruktur. Vor Allem in Lehmböden kann zu wenig Calcium Verschlämmung (festhauen) des Bodens verursachen. Was übrigens nur wenige wissen, ist dass zu viel Magnesium dieselbe Auswirkung haben kann. Mehrere Spurenelemente sind für die Aufnahme anderer Nährstoffe unverzichtbar (z.B. Molybdän für die Aufnahme von Stickstoff und Kupfer). Viele natürliche Kalksorten enthalten viele Spurenelemente, die langsam freigesetzt werden (so, wie es auch sein soll). In Heckenkraft 4 sorgt der Anteil von 25% an Lava-Kalk aus der deutschen Eifel für die Spurenelemente.

3) Dass extra Humus und Zucker hinzugefügt werden
Humus, Zucker und andere organische Materialien kommen kaum in Kalkdüngern vor. Wir finden Humus jedoch so ein wichtiges Thema (aufgrund unserer Erfahrung), dass wir keine Gelegenheit verpassen möchten, dem Boden extra Humus hinzuzufügen. Daher besteht unser Winterdünger, außer aus den beiden erwähnten Kalksorten, zu 50% aus Trester. Siehe hier das Produktblatt unseres Traubendüngers, hier sehen Sie, was dieser Dünger Ihren Pflanzen bringt. Der Trester enthält kaum Stickstoff und Phosphat und wird im Winter kein Wachstum stimulieren (was man auch nicht möchte). Es hilft den Pflanzen jedoch, ab dem Frühling das ganze Jahr hindurch bei den unterschiedlichsten Prozessen, die für das Wachstum von Bedeutung sind, beim Aufbauen von Widerstandsfähigkeit und Klimabeständigkeit.

Im Frühling düngen
Den Pflanzen steht ein ganzes Jahr des Wachstums bevor. Und vor Allem in den nächsten Monaten treiben die Pflanzen aus, blühen und bilden häufig auch Früchte. Man kann sich vorstellen, dass die Pflanze dafür Nährstoffe benötigt. Daher enthält unser Frühlingsdünger (Heckenkraft 1) von allen unseren Düngern die meisten Nährstoffe. Dennoch enthält Heckenkraft 1 immer noch weniger Stickstoff und Phosphat als die meisten anderen Dünger. Einerseits, da Heckenkraft auf unterschiedliche Arten für einen hohen Aufnahmeertrag sorgt, sodass weniger Stickstoff und Phosphat benötigt werden. Andererseits, weil Heckenkraft im Prinzip entwickelt wurde, um in jeder Jahreszeit etwas zu geben, und zwar im Juli wieder Heckenkraft 2, im September Heckenkraft 3 und im Herbst-Winter Heckenkraft 4. Wie bereits zuvor erläutert, ist dies jedoch nicht unbedingt erforderlich, es ist auch durchaus sinnvoll, nur Heckenkraft 1 zu geben. Und Sie können auch ruhig eine weitere Gießkanne an die selben 10 Lfm geben, wenn Sie nicht beabsichtigen, sich später auch noch mit HK 2, 3 und 4 an die Arbeit zu machen.

Soll ich meine Hecke Mitte im Sommer düngen? Wenn ja, mit welchem Dünger?
Es kann durchaus sinnvoll sein, Ihre Hecke im Sommer ein wenig zu unterstützen, indem Sie sie düngen. Aber gerade im Sommer ist es extrem wichtig, welchen Dünger man zuführt bzw. was auf keinen Fall. Besonders im Sommer ist Ihre Hecke empfindlich für Schade durch düngen (Düngungsschäden), insbesondere wenn Sie Kunstdünger mit hohem Salzgehalt wie NPK-Dünger oder Bittersalz verwenden. Dann bekommt Ihre Hecke eine Keule, die ihr im Sommer einfach zu viel ist.

Auch (halb-)organische Düngemittel können im Sommer viel zu stark sein, das haben wir selbst in unserer Baumschule getestet. Organisch ist also nicht immer ein geeignetes Zauberwort. Auch Kuhdung-Pellets können Schäden oder Verbrennungen an Pflanzen verursachen. Außerdem wollen Sie das Wachstum Ihrer Hecke vor allem im Sommer nicht aufjagen, sondern einfach die natürliche Wachstumsrate beibehalten. Ein zu schnelles Wachstum macht Ihre Hecke nämlich empfindlich gegenüber Blattläusen, Pilzinfektionen und Klimastress. Extra Humus hingegen ist eigentlich immer gut.

Was können Sie der Hecke im Sommer denn doch geben?
Mit komplett pflanzlichen Düngern (z.B. Heckenkraft-2) sind Sie auf der sicheren Seite. Nicht pflanzliche Dünger wie z.B. Kunstdünger sind nicht immer schädlich, aber dann muss man wissen, was man tut. Sie müssen die Erde danach auch mit ausreichend Wasser feucht halten. Bei pflanzlichen Düngemitteln sind Sie immer auf der sicheren Seite. Die Gefahr der Verbrennung ihrer Pflanzen ist sehr gering. Macht ja auch irgendwie Sinn, denn pflanzlicher Dünger ähnelt der Düngung von Bäumen in der Natur am ehesten.

 

  • März bis Juni

    Heckenkraft 1

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)
  • Out of stock
    Juli bis August

    Heckenkraft 2

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)
  • September bis Oktober

    Heckenkraft 3

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)
  • November bis Februar

    Heckenkraft 4

    ab 35,00
    (für 30 Laufmeter)